Systematisch zum gesunden Kiefergelenk
In unserer Praxis hat sich ein stufenweises Vorgehen bei der Untersuchung und Behandlung von Patienten mit CMD bewährt.
1) Im Rahmen der allgemeinen Sprechstunde oder bei Beschwerden im Rahmen der Kiefergelenksprechstunde führt eine orientierende Funktionsdiagnostik auf die Spur von CMD erkrankten Menschen. Anhand von zehn einfachen untersuchungsschritten kann innerhalb kurzer Zeit festgestellt werden, ob der Patient bereits erkrankt ist, ein Risiko für eine Erkrankung besteht oder ob die Symptomatik aller Wahrscheinlichkeit nach ohne Bedeutung für die Gesundheit des Patienten ist.
2) Strukturierte Fragebögen zur Krankengeschichte, aktueller Schmerzsituation (Ganzkörperschema) und Stressbelastung bereiten die weitere Behandlung vor. Zuhause und in Ruhe kann der Patient sich mit den relevanten Fragen zur Krankengeschichte auseinandersetzen und sich auf das ärztliche Gespräch vorbereiten
3) Große Funktionsdiagnostik: Hierbei wird der Zustand des Kiefersystems, aller seiner Komponenten und seine Beweglichkeit erfasst (CMDfact nach AHLERS und JAKSTAT).  Darüber hinaus werden die Daten zur manuellen Strukturanalyse (MSA nach BUMANN) erhoben und Abformungen der Kiefer für Modelle der aktuellen Situation erstellt. In einem Kausimulator werden diese analysiert und mit den Werten der computergestützten Aufzeichnung der Bewegungsmuster des Unterkiefers verglichen. Zur Aufzeichnung der Bewegungsbahnen nutzen wir das computergestützte Registriersystem Arcus Digma 2 der Firma KAVO, welches über Ultraschallimpulse berührungsfrei die Bewegung der Kiefergelenke aufzeichnet.  Besonderes Augenmerk wird auf die Kieferlage gelegt. Unterschiede zwischen zahngeführter und muskelgeführter Kieferlage können vermessen werden.
Was so wichtig ist an der Kieferlage?
a) Die Position des Unterkiefers zum Oberkiefer soll symmetrisch, muskelschonend und ausgeglichen sein. b) Die muskelgeführte Kieferlage soll der zahngeführten Kieferlage entsprechen. c) Abweichungen hiervon führen zu Störungen der Muskelfunktion, Fehlpositionierungen des Kiefergelenks und übermäßiger Belastung der Gelenkstrukturen.
4) Manchmal ist es notwendig, dass noch andere medizinische Fachrichtungen im Rahmen einer begleitenden Untersuchung herangezogen werden müssen.
5) Nach Sichtung aller Befunde erfolgt ein Beratungsgespräch mit dem Patienten. Aus der Summe seiner Wünsche und den gegebenen Möglichkeiten entsteht ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept.
Oft reichen einfache Therapiemittel (siehe Foto, Aufbißschiene für die Nacht) und Verhaltenhinweise aus.  In komplexen Fällen schließt sich folgendes Vorgehen an:
6) Ist die Kieferlage zu ändern, so erhält der Patient für mindestens drei Monate die Gelegenheit, diese zu testen. Begleitend unterstützt der Physiotherapeut oder Osteopath den muskulären Ausgleich. Erst nach erfolgreichem Test planen wir die definitive Therapie zur dauerhaften Sicherung einer gesunden Kieferlage. Der passiven Physiotherapie schließt sich ein balanceerhaltendes Trainingsprogramm unter Anleitung des Physiotherapeuten an. Dies können Heimübungen sein oder gezieltes Koordinationstraining im Institut für Physiotherapie.
7) Durch Keramikauflagen und / oder Kieferorthopädie werden die Zähne so einander angepasst, dass ein störungsfreier Biß resultiert und die Bewegungen des Unterkiefers maximal gelenkschonend erfolgen.  Bild: Seitenzähne nach Ausgleich der Bisslage mit Keramikauflagen
8) Eine halbjährliche Nachsorge schließt die Behandlung ab.
Dr. Bruno Imhoff, Spezialist für Funktionsdiagnostik und –therapie (DGFDT) Zahnärzte im Haubrichforum
Josef-Haubrich-Hof 5 Neumarkt 50676 Köln fon 02 21 . 20 37 222 fax 02 21 . 20 37 255 www.zahnarzt-in-koeln.de info@zahnarzt-in-koeln.de
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